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Erste Schritte

Guter Rat muss nicht teuer sein

Foto: Charlie Edwards/Digital Vision/Getty Images

Dienstag, 22. Oktober 2019

Erste Schritte

Welche Leistungen soll mein Pflegedienst anbieten? Wie sieht mein Marktumfeld aus? Welcher Standort und welche Geschäftsräume sind geeignet, und wie hoch sind meine Anfangsinvestitionen und die Folgekosten? Dem Schritt in die Selbstständigkeit sollten einige Grundüberlegungen vorausgehen. Nur wer sich intensiv mit den Antworten auf all‘ diese Fragen beschäftigt hat, der ist auf dem Weg zum Erfolg – auch über die Pflegedienstgründung hinaus.

Steuern Sie im laufenden Betrieb die Kosten Ihrer Pflege gezielt. Dazu sollten Sie erlösorientiert planen können und sich übersichtliche Auswertungen verschaffen, die Ihnen die Grundlage liefern, um unternehmerisch zu entscheiden.

Gut gerüstet für den Start?

Welchen gesetzlichen Anforderungen muss ein Pflegedienst gerecht werden? Wer darf überhaupt als Pflegekraft arbeiten? Wie muss ein Pflegedienst strukturiert sein? Was ist beim Leistungsangebot zu beachten, und wie wird die Zulassung beantragt?

Details, zum Beispiel zu Qualifikationen, Verträgen und Zulassungsmodalitäten, variieren von Bundesland zu Bundesland. Daher empfiehlt es sich, nach einer ersten Orientierung zu diesen Punkten Kontakt mit den jeweiligen Ansprechpartnern der Kassen und Verbände in Ihrem Bundesland aufzunehmen, wie zum Beispiel mit dem bpa.

Gründercheckliste

  • Eignung
  • Angebot
  • Markt
  • Standort
  • Räumlichkeiten
  • Kosten
Erfolgreiche Unternehmerpersönlichkeiten sind beispielsweise zielstrebig, diszipliniert, kommunikativ, entscheidungsfreudig und risikobewusst. Ihr fachliches und kaufmännisches Wissen ist umfassend. Pflegedienstgründer sollten darüber hinaus mitfühlend und belastbar sein und sich gut abgrenzen können.
Legen Sie dem potenziellen Kunden ein detailliertes Angebot vor, damit deutlich wird, was alles hinter den angebotenen Leistungen steckt. Existenzgründer müssen bei Leistungen, die die Kasse nicht bezahlt, von Anfang an mit Preisen kalkulieren, die ihnen ein Bestehen am Markt ermöglichen.
Insbesondere bei der Zielgruppe der Privatzahler muss gründlich recherchiert werden, wer vor Ort dazu gehört, wie die potenziellen Kunden am besten angesprochen werden, welche Ansprüche sie stellen und wie viel sie bereit sind zu bezahlen. Wer viele Privatkunden versorgen möchte, sollte möglichst schon über ausreichend Kontakte verfügen.
Für die Standortwahl ist die Bevölkerungsstruktur im Einzugsgebiet genau so entscheidend, wie Art und Qualität der Mitbewerber in der betreffenden Region.
Ein Pflegedienst muss über eigene Geschäftsräume verfügen. Privatwohnungen sind in aller Regel nicht geeignet, um von dort einen Pflegedienst zu betreiben.
Wie viel Geld benötigen Sie als Startkapital? Wie können sie es beschaffen? Gibt es geeignete öffentliche Förderprogramme und weitere Finanzierungsmöglichkeiten? Lassen Sie sich ausführlich beraten.

Anfang gut, alles gut?

Die Entscheidung, sich selbstständig zu machen, treffen die wenigsten Gründer von heute auf morgen. Oft reift sie über Jahre und wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören Arbeitszufriedenheit, persönliche und berufliche Ziele und nicht zuletzt die eigenen finanziellen Möglichkeiten. Doch egal, wie lange Sie sich bereits mit dem Gedanken an eine eigene Pflegedienstgründung beschäftigen, sollten Sie sich mit den folgenden Punkten befassen.

Persönliche Eignung: Bin ich ein Unternehmertyp?
Angebot: Darf es noch ein bisschen mehr sein?
Kennen Sie Ihren Markt?
Standortwahl: Pflege braucht ein Zuhause
Augen auf bei der Geschäftsraumsuche
Kennen Sie Ihre Kosten?

Persönliche Eignung: Bin ich ein Unternehmertyp?

Die fachliche Eignung sollte für Gründer selbstverständlich sein. Darüber hinaus sind zur Führung eines Pflegedienstes hohes Engagement, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und Belastungen auszuhalten, unerlässlich. Auch gute psychische und physische Fitness gehören dazu. Unternehmensgründer sollten darüber hinaus führungserfahren, kommunikativ und konfliktfähig, gut organisiert und flexibel sein. Gut, wenn Existenzgründer Unterstützung erhalten, die sie in ihrem Arbeitsalltag entlastet.

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Angebot: Darf es noch ein bisschen mehr sein?

Neben den Standardleistungen der Kranken- und Pflegeversicherung können Pflegedienste besondere Leistungen anbieten, etwa aus dem Bereich psychiatrische Fachpflege oder Intensivnachsorge im Anschluss an ambulante Operationen. Bei der Angebotserstellung unterstützen Sie Planungshilfen, mit denen Sie im Handumdrehen individuelle Angebote erstellen und ausdrucken können.

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Kennen Sie Ihren Markt?

Um festzustellen, inwieweit Nachfrage nach dem geplanten Angebot besteht, sollten sich Pflegedienstgründer einen Marktüberblick verschaffen. Altersstruktur und Altersentwicklungsprognosen für den Standort sind dabei genauso entscheidend, wie eine Wettbewerberübersicht.

Sie wollen Ihre Kunden und Interessentenstammdaten nach dem Start in die Selbstständigkeit übersichtlich und vernetzt mit allen wesentlichen Informationen zu Ärzten und Kostenträgern verwalten können? Eine Lösung bietet Ihnen eine Stammdatenverwaltung, die alle relevanten Daten miteinander verknüpft.

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So finden Sie die richtige Software

Foto: Charlie Edwards/Digital Vision/Getty Images

Standortwahl: Pflege braucht ein Zuhause

Berücksichtigen Sie bei der Standortwahl die Lage und Erreichbarkeit der Geschäftsräume für Mitarbeiter und Kunden (Verkehrsanbindung auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Parkplätze). Recherchieren Sie auch, ob Ärzte, Apotheken und Sanitätshäuser in der Nähe sind.

Mobile Datenerfassungssysteme unterstützen Sie dabei, Ihre Touren wirtschaftlich zu planen und Ihre Fahrzeiten für mehr Wirtschaftlichkeit genau zu erfassen.

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Augen auf bei der Geschäftsraumsuche

Idealerweise sollten Ihre Geschäftsräume ausreichend Platz für Dienstbesprechungen und Schulungen bieten sowie ein separates Büro für die Pflegedienstleitung. Achten Sie auch auf einen Empfangsbereich, in dem sie Informationsmaterial auslegen können. Zudem sollte es möglich sein, den Pflegedienst von außen mit einem Firmenschild einschließlich Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeit deutlich zu kennzeichnen.

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Kennen Sie Ihre Kosten?

Kalkulieren Sie Ihren Finanzbedarf großzügig. Die Anfangsinvestitionen unterschätzen viele Pflegedienstgründer. Die Einnahmen in den ersten Monaten werden hingegen überschätzt. Überwachen Sie Ihre Kosten im laufenden Pflegebetrieb gezielt. Erlösorientierte Planung und übersichtliche Auswertungen bilden die Grundlage für unternehmerische Entscheidungen.

Diese Kosten kommen unter anderem auf Sie zu:

  1. Personalkosten: Monatsgehälter plus evtl. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Mitgliedsbeiträge bei der Berufsgenossenschaft für die Unfallversicherung, Fort- und Weiterbildungskosten, Gesundheitsvorsorge der Mitarbeiter sowie das Unternehmergehalt
  2. Sozialversicherung für Selbstständige:
    private Vorsorge für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung
  3. Versicherung: die gesetzlich vorgeschriebene Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Denken Sie daran, mögliche Risiken im Detail abzusichern. Dazu gehören auch Schäden, die in der Wohnung von Pflegebedürftigen verursacht werden könnten.
  4. Sachkosten: für Geschäftsräume vor allem Miete plus Nebenkosten und Telefon sowie Pflegematerial, wie Pflegehilfsmittel, Verbrauchsmaterialien und Arbeitskleidung
  5. Fuhrpark: einschließlich Anschaffung/Leasing, Steuern, Wartung, Treibstoff, Versicherung
  6. Werbekosten: Unternehmensbroschüre, Fahrzeugbeschriftung, Internetauftritt, Logo, Firmenschild, Visitenkarten

Tipp: Vergessen Sie nicht, Ihren kalkulatorischen Stundensatz bei der Pflege zu ermitteln. In diesen sollten nicht nur Personalkosten, sondern auch Betriebskosten mit einfließen. Den kalkulatorischen Stundensatz benötigen Sie, um Ihre Pflege wirtschaftlich zu planen und auszuführen.

Beratung und Unterstützung zu Finanzierungsfragen erhalten Sie beispielsweise bei den örtlichen Industrie- und Handelskammern, bei Ihrem Steuer- oder Unternehmensberater, bei Banken und Sparkassen, der örtlichen Agentur für Arbeit, bei Fach- und Branchenverbänden, bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) oder bei den RKW Landesverbänden.

Checklisten und Übersichten zu den Themen Vorbereitung und Beratung, Gründungswege, Businessplan, Finanzierung und Förderung, Recht und Verhandlungsgespräche, Steuern, Versicherungen, Formalitäten, Personal, Preiskalkulation und Rechnungswesen, Controlling, Marketing, Büroorganisation, Qualitätsmanagement, Work-Life-Balance sowie Kooperationen finden Sie im Portal für Existenzgründer des Bundeswirtschaftsministeriums.

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So finden Sie die richtige Software

Foto: Charlie Edwards/Digital Vision/Getty Images